Linda B. war meine Rettung. Nach einem Herzinfarkt, der mich fast aus der Bahn warf, wurde das Schreiben zu meiner Überlebensstrategie. Ich erfand die Wesermarsch-Krimis, damit mein Kopf nicht einrostet, während mein Körper zur Ruhe gezwungen wurde. Linda B. hat dafür gesorgt, dass ich geistig wach blieb. Dafür bin ich ihr dankbar.
Aber tief in mir gab es eine Lücke, die keine Geschichte füllen konnte.
Ich war immer Biker. Mit Haut und Haaren. Doch die letzten zwanzig Jahre, die Krankheit und das Älterwerden hatten mich überzeugt: Das ist vorbei. Ich glaubte, meine Zeit auf zwei Rädern sei abgelaufen. Ich hatte mich damit abgefunden, dass ich nur noch vom Sofa aus von Freiheit träumen darf. Ich hatte den Helm an den Nagel gehängt - für immer, dachte ich.
Bis mein Sohn vor mir stand und diesen Glaubenssatz zertrümmerte. "Paps, hör auf, dir was vorzumachen. Du bist kein Rentner im Sessel. Du gehörst auf die Straße. Die FJR wartet."
Dies ist kein Krimi. Es ist die Geschichte einer Wiedergeburt. Es ist die Geschichte, wie ich meine fiktive Sicherheit gegen eine reale, 300 Kilo schwere Yamaha tauschte. Ich musste nicht nur eine alte Maschine restaurieren, sondern vor allem mein eigenes Selbstvertrauen.
Kaltstart ist ein Buch über die Leidenschaft, die nie stirbt, auch wenn man sie unter Aktenordnern begräbt. Es geht um Öl an den Fingern, um den Respekt vor 145 PS und um einen Sohn, der besser wusste als ich, was gut für mich ist.
Ehrlich, norddeutsch, ungeschminkt. Die Maske ist gefallen. Der Motor läuft wieder.